Wie viel Autonomie am Arbeitsplatz ist gut?

Kognitive Anforderungen flexibler Arbeitsgestaltung

Zahlreiche Organisationen führten in den letzten Jahren eine flexiblere Arbeitsgestaltung ein. Entscheidungen, die früher auf Managementebene getroffen wurden, liegen nun im Verantwortungsbereich der Beschäftigten, die selbständig entscheiden müssen, wann, wo und wie sie ihre Arbeit ausführen. Obgleich der gestiegene Entscheidungsspielraum Beschäftigten mehr Kontrolle in der Arbeit ermöglicht, hat eine flexible Arbeitsgestaltung möglicherweise auch Kehrseiten. Sie stellt Erwerbspersonen vor spezifische kognitive Anforderungen ihre Arbeit selbständig zu planen, zu strukturieren und zu koordinieren. Derartige kognitive Anforderungen einer flexiblen Arbeitsgestaltung können sich sowohl positiv als auch negativ auf Erwerbspersonen auswirken; sie sind mithin in ihrer Wirkungsweise ambivalent. Einerseits können die kognitiven Anforderungen einer flexiblen Arbeitsgestaltung zu einer Kompetenzerweiterung führen, da sie Herausforderungen darstellen und die Möglichkeit bieten komplexe Fähigkeiten in der Arbeit einzusetzen. Andererseits können kognitive Anforderungen Stress erzeugen, da sie geistige Anstrengung erfordern. In dem Forschungsprojekt CODEofWORC werden mittels Beobachtungsdaten, Selbstberichten, kurzfristigen und langfristigen Längsschnittstudien sowie einer Intervention fogendes untersucht:

  1. die Einschätzungen von Erwerbstätigen hinsichtlich der kognitiven Anforderungen flexibler Arbeitsgestaltung
  2. die Auswirkungen kognitiver Anforderungen flexibler Arbeitsgestaltung auf das Wohlbefinden, die Arbeitsleistung und die Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben
  3. die kurzfristigen und langfristigen zugrunde liegenden Prozesse, die den Zusammenhang zwischen kognitiven Anforderungen flexibler Arbeitsgestaltung und deren Folgen erklären
  4. individuelle und organisationale Ressourcen im Umgang mit kognitiven Anforderungen flexibler Arbeitsgestaltung
  5. Gestaltungsempfehlungen , um die stresserzeugende Wirkung kognitiver Anforderungen flexibler Arbeitsgestaltung zu reduzieren ohne deren Potential für die Weiterentwicklung bei der Arbeit zu verlieren

 

Daten und Fakten